Patagonia Worn Wear Tour 2016
Ausrüstung Natur & Umwelt

Worn Wear

Better than new

Der Dinosaurier, den wir in der Grundschule nähen sollten, sah nur mit viel Fantasie aus wie ein Dinosaurier. Trotzdem war ich ein bisschen stolz. Genau wie heute, wenn ich etwas gebastelt oder repariert habe. Aber oft stoße ich dabei an meine Grenzen, insbesondere beim Nähen. Daher habe ich mich ganz besonders über den Stop der Patagonia Worn Wear Tour in München gefreut.

Meine Daunenjacke plagten schon seit längerem ein großes und mehrere kleine Löcher und sie verlor hin und wieder Füllung. Da sich meine Reparaturkünste leider in Grenzen halten, musste ich oft wieder nachbessern. Dank des Patagonia Reparatur Teams sieht meine Jacke jetzt nicht nur wieder toll aus, sie wird mich auch noch einige weitere Jahre auf allen möglichen Touren begleiten.

Eigentlich ungeschickt, möchte man meinen. Die hätten doch mehr davon, wenn ich Ausrüstung regelmäßig durch Neue ersetze. Aber weit gefehlt. Gerade Patagonia zeichnet sich durch eine Firmenphilosophie aus, die mehr im Sinn hat als nur den Umsatz und das Wachstum. Auch wenn es hin und wieder negative Schlagzeilen gibt, leider auch in der Outdoorbranche, sind viele Unternehmen nachhaltig und umweltbewusst unterwegs. Die Worn Wear Tour ist ein gutes Beispiel von einer Aktion, die nicht nur gut für die Umwelt und das eigene Portemonnaie ist, sondern auch mehr ist als nur Marketing-Sprech.

„Unsere Produkte möglichst lang zu nutzen, ist das Beste, was wir als Verbraucher für die Umwelt tun können. Indem wir die Lebensdauer unserer Kleidung durch Pflege und Reparatur verlängern, müssen wir weniger neue Sachen kaufen und vermeiden so die CO2 Emissionen, Abfälle und Abwässer, die mit ihrer Herstellung verbunden wären.“

Rose Marcario, CEO Patagonia, Winter 2015

Besser zusammenfassen kann ich den Sinn und Zweck der Worn Wear Tour nicht. Aber dafür kurz die Tour selbst erläutern. Ausgestattet  mit Nähmaschinen und allem was sonst noch benötigt wird, reist ein Patagonia Team derzeit durch Deutschland und repariert Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände oder hilft dabei die Reparaturen selbstständig durchzuführen. Dabei sind die Reparaturen nicht nur auf Patagonia-Stücke beschränkt. Jeder kann vorbeibringen, was er möchte. Klar liegt der Fokus auf Funktionskleidung, aber ein Flicken auf einer Jeans wird auch nicht verwehrt.

Aktionen dieser Art freuen mich immer sehr. Es wird nicht nur etwas Gutes für die Umwelt getan, es ist zudem eine gute Anregung über sein eigenes Konsumverhalten nachzudenken. Klar ist es schön, sich neue Ausrüstung zu kaufen. Aber jedes alte Kleidungsstück hat auch Geschichten zu erzählen und jeder Fleck und jeder Riss verbirgt eine andere Story. Und oft hängt das Herz sowieso an der Ausrüstung, mit der am meisten erlebt wurde.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an das Patagonia-Team für die Reparatur meiner Jacke, vielen Dank Norrøna für den neuen Reißverschluss in meinem Rucksack und danke an The North Face für das Ersetzen des zerbrochenen Zeltgestänges.

Abschließend noch ein weiteres Zitat, dass für sich selbst stehen kann:

As an alpinist who set out to make gear for my friends and never thought of myself as a “businessman” until long after I became one, I’ve wrestled the demons of corporate responsibility for some time. Who are businesses really responsible to? Their shareholders? Their customers? Their employees? None of the above, I have finally come to believe. Fundamentally, businesses are responsible to their resource base. Without a healthy planet there are no shareholders, no customers, no employees. As the conservationist David Brower liked to say, “There is no business to be done on a dead planet.”

Yves Chouinard, Winter 2004

Patagonia Worn Wear Reparaturanleitungen gibt es hier

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