Trolltunga Wegweiser Norwegen
Norwegen

Auf der Zunge des Trolls

Mit Update zur aktuellen Situation

Die Bilder kennt sicherlich fast jeder, der sich ein bisschen mit Norwegen beschäftigt. Eine schmale Felszunge ragt in mehreren hundert Metern Höhe auf spektakuläre Weise einige Meter weit hinaus. Die Rede ist von der Trolltunga, der Trollzunge, hoch über dem Stausee Ringedalsvatnet.

Die Natur, die spektaküläre Aussicht und eben jene Felsnase sind Grund genug hier einmal vorbeizuschauen. Eigentlich würde ich jedem Wander- und Norwegen-Freund auch raten hier einmal vorbeizuschauen, allerdings ist der Trolltunga ihr Ruhm zum Verhängnis geworden.

Seit 2010 sind die Besucherzahlen astronomisch gestiegen. Während meines Besuches 2009 war die Trolltunga noch ein ruhiges Plätzchen und sobald man die Unannehmlichkeit des großen Rucksacks auf sich nahm und mit Zelt und Zeit im Gepäck vorbeischaute, hatte man gute Chancen das Erlebnis alleine zu genießen. Im Jahr 2010 waren 800 jährliche Besucher auch nicht wirklich viel. Jetzt im Jahr 2016 wurden über 80.000 Besucher verzeichnet. Solche Massen bringen leider auch immer negative Effekte mit sich. Bis zu zwei Stunden Wartezeit in der Schlange vor dem Ziel, eine hohe Zahl an Rettungseinsätzen und tonnenweise Müll sind das Ergebnis. In einem gesonderten Beitrag gehe ich tiefer auf das Thema ein.

Wer das Erlebnis dennoch nicht verpassen will, dem empfehle ich rechtzeitig zu starten. Die Strecke vom nächstgelegenen Parkplatz zur Trolltunga beträgt etwas mehr als zehn Kilometer. Wer die Tour an einem Tag plant, sollte also genug Zeit für den Hin- und Rückweg und natürlich die Zeit an der Trolltunga selbst einplanen.

Zu Beginn erwartet den Wanderer ein langer und fordernder Aufstieg über einen schmalen Pfad. Bis 2012 konnte man noch die Mågelibanen, eine alte Standseilbahn, für die 430 Höhenmeter nutzen oder entlang der Bahn über unzählige Stufen aufsteigen. Seit der Stilllegung ist der Anmarsch zur Trolltunga ein wenig beschwerlicher. Hat man die anfängliche Herausforderung gemeistert, schlängelt sich der Weg ganz entspannt und ohne viele weitere Höhenmeter durch die reizvolle Fjelllandschaft.

Auch wenn es keinen Spaß macht, einen großen Rucksack zu schleppen, empfiehlt es sich die Tour auf zwei Tage auszudehnen. Zum Einen ist der Hin- und Rückweg ohne Zeitdruck deutlich gemütlicher und zum Anderen kann man den Ausblick in Ruhe und vielleicht sogar ungestört genießen, insbesondere am frühen Morgen und spät am Abend, wenn die zahlreichen Tagesausflügler noch unterwegs sind.

Wer also die Tour auf seine To-do-Liste setzen will, sollte sich bewusst sein, dass die Trolltunga ein sehr beliebtes Ziel und touristisch völlig überlaufen ist. Einsamkeit wird man hier vergebens suchen. Alle weniger versierten Wanderer sollten daran denken, dass es sich trotz der zahlreichen Besucher noch immer um eine lange und anstrengende Tour handelt, die nur gut vorbereitet und gut ausgerüstet unternommen werden sollte.

Festes Schuhwerk, wasserdichte Kleidung, Wanderkarte, Wasser und Proviant sollten in keinem Rucksack fehlen. Nicht zu erwähnen ist eigentlich, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, seinen Müll wieder mit zu nehmen. Wenn euch eine leere Flasche oder Plastiktüte vor die Füße fällt, nehmt diese auch gerne mit ins Tal. Die Natur wird es euch danken.

Um Touren besser zu planen und sicher durchzuführen helfen die Fjellvettreglene.

Viel Spaß på tur!

Artikkelen på norsk!

0 comments on “Auf der Zunge des Trolls

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s